Quellen: Abdi wird Berater, İlham Ahmed erhält Parlamentssitz – Kurdisch soll Amtssprache werden

RastinewsDetails der zwischen der Regierung in Damaskus und den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) erzielten Vereinbarung sind bekannt geworden. Ihr zufolge sollen Mazlum Abdi und İlham Ahmed Funktionen in der syrischen Regierung übernehmen, Kurdisch den Status einer Amtssprache erhalten und kurdische Kräfte in staatliche Institutionen eingegliedert werden.
Wie syrische und westliche Quellen gegenüber Al Majalla berichteten, führte der syrische Außenminister Asaad al-Shaibani am Montag und Dienstag in Damaskus zwei getrennte Gespräche mit Mazlum Abdi und İlham Ahmed.
Bei den Gesprächen einigte man sich auf die Auflösung der militärischen und zivilen Institutionen der SDF und der Autonomieverwaltung sowie die anschließende Eingliederung des Personals in staatliche Einrichtungen Syriens.
Vereinbart wurde zudem ein abschließendes Treffen der Beteiligten mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa im Präsidentenpalast, nach dem Mazlum Abdi eine öffentliche Erklärung abgeben soll.
Abdi soll Berater von al-Scharaa werden
Der Vereinbarung zufolge soll Mazlum Abdi zum Berater des Präsidenten ernannt werden. Im Gespräch ist, dass er für die kurdische Frage beziehungsweise die Beziehungen zu den verschiedenen Gemeinschaften in Syrien zuständig sein wird.
Der genaue Aufgabenbereich soll durch ein Präsidialdekret festgelegt werden.
Als Zeichen des veränderten Verhältnisses wird gewertet, dass Vertreter in Damaskus, die zuvor von „General Mazlum“ sprachen, nun die Anrede „Herr Mazlum“ verwenden.
İlham Ahmed soll ins Parlament einziehen
İlham Ahmed soll dem Vernehmen nach über das dem Präsidenten vorbehaltene Kontingent Mitglied der syrischen Volksversammlung werden.
Sie könnte demnach an den Verfassungsarbeiten mitwirken oder dem Ausschuss für auswärtige Beziehungen des Parlaments angehören.
Bei den Gesprächen wurde auch eine mögliche Position Ahmeds im Außenministerium erörtert. Im Gespräch seien die Optionen einer stellvertretenden Außenministerin oder einer hochrangigen Beraterin gewesen.
YPJ soll in Innere Sicherheitskräfte eingegliedert werden
Bei den Gesprächen in Damaskus einigte man sich zudem darauf, rund 1.500 YPJ-Angehörige in die dem Innenministerium unterstellten Inneren Sicherheitskräfte einzugliedern.
Die YPJ-Angehörigen sollen demnach in Antiterror-Einheiten eingesetzt und in Nord- und Ostsyrien stationiert werden.
Die Regierung in Damaskus werde zu einem späteren Zeitpunkt auch eine Übernahme von YPJ-Angehörigen in die syrische Armee prüfen, hieß es.
SDF-Kräfte sollen vier Brigaden bilden
Die Eingliederung von SDF-Angehörigen in vier neu innerhalb der syrischen Armee gebildete Brigaden soll abgeschlossen werden. Jede Brigade umfasse demnach rund 1.300 Kämpfer, bei weiteren 1.700 Personen laufe das Eingliederungsverfahren noch.
Auch über den Einsatz kurdischer Einheiten an der Grenzlinie sei eine Einigung erzielt worden.
Kurdisch soll Amtssprache werden
Einer der bemerkenswerten Punkte der Vereinbarung betrifft den Status der kurdischen Sprache.
Die Regierung in Damaskus soll demnach einen Beschluss erlassen, der Kurdisch als Amtssprache anerkennt. Vorgesehen ist der Vereinbarung zufolge auch, dass an Schulen einige Fächer, darunter Geschichte und Geografie, auf Kurdisch unterrichtet werden.
İmralı-Besuch im Gespräch
Den Quellen zufolge ist zudem geplant, dass Mazlum Abdi und İlham Ahmed in die Türkei reisen, um Abdullah Öcalan zu treffen.
Mit dem Treffen solle die Unterstützung Öcalans für den Eingliederungsprozess gesichert werden. Eine offizielle Entscheidung der Regierung in Ankara zu dem Besuch stehe jedoch noch aus.
Berichten zufolge erwägt die Türkei zudem, Mazlum Abdi von der Fahndungsliste zu streichen. Dies wäre ein ähnlicher Schritt wie die zuvor im Fall von Sipan Hemo getroffene Entscheidung.
Die Regierungen in Damaskus und Ankara haben sich bislang weder zu den Personalentscheidungen noch zu den Berichten über einen İmralı-Besuch offiziell geäußert.
