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Das Wort ist besudelt

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Das Wort ist besudelt

RastinewsJedes besudelte Wort trifft unsere Seelen wie eine Bombe mit hoher Zerstörungskraft. Wir werden in Stücke gerissen!

„Es gibt kein Wort mehr, das noch etwas beschreiben könnte.
In keiner Sprache ist es geblieben…
Man muss die Sprache des MENSCHEN neu erschaffen…“

In unserer Zeit, in der eine regelrechte Inflation an „Experten“ herrscht, greifen Akademiker, Sprachwissenschaftler, Literaten und Künstler gleichermaßen zu billiger, provokativer Sprache – die Folge sind achtlos, unbedacht ausgesprochene Wörter, die als „Hass“, „das Andere“, „Diskriminierung“, „Mangel an Empathie“ und dergleichen wie Bomben auf die Gesellschaft niedergehen.

Jedes besudelte Wort trifft unsere Seelen wie eine Bombe mit hoher Zerstörungskraft. Wir werden in Stücke gerissen!

Mit Worten werden unsere Wunden aufgerissen, mit Worten werden wir getötet…

Das Böse begann mit der Besudelung des Wortes: mit dem von der Lüge befleckten Wort, das seine Seele verliert und seines Sinns beraubt wird.

In der Grausamkeit und Lieblosigkeit der Mutter, die ihren mit neun Jahren vaterlos gewordenen Sohn großzieht und ihm sagt: „Ich wollte dich nicht, dein Vater wollte dich. Dein Vater liebte dich, ich liebte deinen Bruder“, wird das Wort besudelt.

Und es wächst ein Mann heran, der, weil er nie gelernt hat zu lieben, auch nicht weiß, wie man geliebt wird.

Eltern, die ihren Kindern ständig sagen „Du bist dumm“, „Du kannst das nicht“, „Bist du zurückgeblieben?“, besudeln das Wort.

Es wachsen furchtsame, unsichere Menschen ohne Selbstvertrauen heran.

Die Mutter, die ihrer Tochter am Tag ihrer ersten Regelblutung sagt: „Was, lag da Scheiße, dass du dich beschmutzt hast?!“, besudelt das Wort.

Das weibliche Selbst der Tochter wird beschmutzt, die Mutterschaft nimmt Schaden.

Es wächst eine Frau heran, die Jahre damit verbringen wird, sich selbst wieder zusammenzusetzen.

„Gavur“, sagen manche unablässig.

Der Glaube derer, die das Wort Gavur benutzen, wird dadurch besudelt…

„Negro“, sagt der weiße Mann.

Der Hass in seiner Sprache entspringt der Dunkelheit seines Herzens. Während aus seinen Worten Teer auf die Erde tropft, kann die Weiße seiner Haut den „weißen Mann(!)“ nicht reinwaschen.

Mit unseren Worten bringen wir einander langsam um.

Als Stil und Anstand der Sprache verdarben, wurde das Wort besudelt.

In Sätzen, die mit dem Hochmut des reinen Verstandes formuliert werden, ohne Rücksicht auf die Gefühle des Angesprochenen; das Wort ist besudelt.

In Sätzen, die nicht mit Verstand vermengt sind, sondern einzig aus Gefühl bestehen; das Wort ist besudelt.

In Sätzen, die mit gefühllosem Verstand oder verstandlosem Gefühl ausgesprochen werden; das Wort ist besudelt.

Zuerst müssen die Wörter gereinigt werden.

Reinigen wir die Wörter, damit die Gedanken klar werden.

Die Gedanken sollen klar werden, damit wir im Licht einer gesunden, vorurteilsfreien, menschlichen *„Wertekunde“ denken können.

Wir sollen denken können, damit wir neue, gleichberechtigte, freie Lebensformen aufbauen können.

Am Anfang waren das Wort und die Natur.

Das Wort wurde besudelt, der Mensch verfiel.

Alles wird mit der Reinigung des Wortes beginnen… Von Neuem.

Die hier vertretenen Ansichten sind die der Verfasserin oder des Verfassers; sie können mit der Linie von Rastinews übereinstimmen, müssen es aber nicht. Rastinews ist eine freie Plattform, die unterschiedlichen Auffassungen offensteht.

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