Justizminister: Leiche von Gülistan Doku womöglich mit Chemikalien beseitigt
Der türkische Justizminister Akın Gürlek erklärte, in den Ermittlungen zu Gülistan Doku gebe es Hinweise darauf, dass die Leiche mehrfach verlegt worden sei. Auch schwere Vorwürfe und Erkenntnisse zu Amtsträgern, die Beweise beseitigt haben sollen, würden geprüft.

RastinewsDer türkische Justizminister Akın Gürlek erklärte, die Leiche der seit dem 5. Januar 2020 in Dersim vermissten Studentin Gülistan Doku sei möglicherweise mit Chemikalien beseitigt worden. Vor Journalisten, die das Justizministerium aus Istanbul besuchten, sagte Gürlek, in dem Fall seien wichtige Fortschritte erzielt worden, es sei aber zu früh, die Ermittlungen als abgeschlossen zu bezeichnen.
Medienberichten zufolge liegt die Aussage vor, die der in den USA gefasste flüchtige Angeklagte Umut Altaş dem FBI gemacht hat und dessen Auslieferung die Türkei beantragt hat; Altaş räumte ein, zur Tatzeit am Tatort gewesen zu sein. Nach dem im Wege der Rechtshilfe an die Türkei übermittelten Protokoll gab Altaş an, Doku sei in einem Fahrzeug von Mustafa Türkay Sonel, dem Sohn des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, erschossen worden; die Leiche sei in den Kofferraum gelegt worden, anschließend habe der Leibwächter des Gouverneurs, Şükrü Eroğlu, eingegriffen.
„Es gibt Aussagen, die Leiche könne mehrfach verlegt worden sein“
Gürlek betonte, das Auffinden der Leiche sei eines der wichtigsten Themen der Ermittlungen. Einige Aussagen in der Akte deuteten darauf hin, dass die Leiche mehrfach verlegt und zuletzt an einen Punkt an der Straße nach Pertek gebracht worden sei.
Auch die Möglichkeit, dass die Leiche mit Chemikalien vollständig beseitigt wurde, werde geprüft, so Gürlek. Zudem würden schwere Vorwürfe und Erkenntnisse untersucht, wonach in der Vergangenheit Amtsträger ihre Befugnisse missbräuchlich genutzt hätten, um die Aufklärung zu behindern oder Beweise zu beseitigen. Es spiele keine Rolle, ob eine Person Gouverneur sei oder ein anderes Amt bekleide, sagte Gürlek: Bei konkretem Tatverdacht werde die zuständige Staatsanwaltschaft ungeachtet des Titels im Rahmen des Rechts das Erforderliche veranlassen.
Die Ermittlungen zu Rojin Kabaiş
Zu den Ermittlungen im Fall des verdächtigen Todes der 21-jährigen Studentin Rojin Kabaiş, die am 27. September 2024 in Van verschwand und deren Leiche am 15. Oktober 2024 am Seeufer gefunden wurde, sagte Gürlek, die DNA-Untersuchungen seien abgeschlossen, die technische Auswertung ihres Mobiltelefons laufe noch. Bislang liege kein konkreter Befund vor, der zu einem unmittelbaren und eindeutigen Ergebnis führe.
Gülistan Doku verschwand am 5. Januar 2020 in Dersim. Die Ermittlungen führen seither die Generalstaatsanwaltschaften von Tunceli und Erzurum.
