Hartes Urteil gegen Zwillingsschwestern in Isfahan: Todesstrafe und 25 Jahre Haft
Das Erste Revolutionsgericht in Isfahan hat sein Urteil gegen die 20-jährigen Zwillinge Taraneh und Romina Rahimi verkündet, die wegen der regierungskritischen Proteste im Januar festgenommen worden waren: Taraneh wurde zum Tode verurteilt, Romina zu 25 Jahren Haft. Die Familie wirft den Behörden Folter in der Haft vor.

RastinewsDas Erste Revolutionsgericht in Isfahan hat im Verfahren gegen die Zwillingsschwestern Taraneh und Romina Rahimi entschieden, die wegen angeblicher Teilnahme an den im Januar ausgebrochenen regierungskritischen Protesten in Iran angeklagt waren: Taraneh wurde zum Tode verurteilt, Romina zu 25 Jahren Haft. Nach Angaben der Familie gegenüber Radio Farda, dem persischsprachigen Dienst von RFE/RL, beziffern Menschenrechtsorganisationen Rominas Gesamtstrafe unter Einrechnung weiterer Verurteilungen auf 36 Jahre.
Festnahme und vier Monate ohne Lebenszeichen
Die Zwillinge, damals 19 Jahre alt und noch Schülerinnen, wurden im Februar festgenommen, weil sie an den Demonstrationen am 8. und 9. Januar in Isfahan teilgenommen haben sollen. Die Familie berichtete, maskierte Beamte hätten die beiden aus ihrem Elternhaus geholt und ihnen die Augen verbunden; vier Monate lang habe es kein Lebenszeichen gegeben.
Die Mutter Marzieh Nourmohammadi konnte ihre Töchter im Mai im Gefängnis Dowlatabad besuchen, erkannte sie wegen der Schwellungen und Blutergüsse im Gesicht jedoch kaum wieder. Masud Nourmohammadi, ein in den USA lebender Cousin der Familie, sagte, die Zwillinge hätten Wunden an Ellenbogen, Fingergelenken und Füßen; beim Schleifen zwischen den Zellen seien ihnen Haare ausgerissen worden.
Vorwurf: keine Beweise vorgelegt
Die Familie und ihre Anwälte erklärten, es sei kein Beweis dafür vorgelegt worden, dass die Zwillinge an Gewalt beteiligt gewesen seien. Dem Guardian zufolge gab Taraneh an, sie sei unter der Drohung zu einem Geständnis gezwungen worden, Romina werde vor ihren Augen vergewaltigt. Den Angeklagten wurden zahlreiche Straftaten zur Last gelegt, darunter „Krieg gegen Gott“ (Moharebeh).
Die Zwillinge gehören zu 16 Angeklagten, die im Zusammenhang mit den Protesten in Isfahan vor Gericht standen. In diesem Verfahren wurden zehn Personen, darunter Taraneh, zum Tode und die übrigen zu langen Haftstrafen verurteilt.
Amnesty International erklärte in einem im Juli veröffentlichten Bericht, der iranische Oberste Gerichtshof habe mindestens 13 Todesurteile im Zusammenhang mit den Protesten bestätigt. Nach Angaben des Guardian hat Iran im Jahr 2026 mehr als 500 Menschen hingerichtet, darunter im Zusammenhang mit den Protesten Verurteilte.
Die Todesurteile sind noch nicht rechtskräftig, das Berufungsverfahren läuft. Menschenrechtsorganisationen weisen jedoch darauf hin, dass Iran Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Januarprotesten rasch vollstreckt.
