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Akte Gülistan Doku: brisantes FBI-Protokoll – „Ich sah den Mord, wir luden die Leiche in den Kofferraum“

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Akte Gülistan Doku: brisantes FBI-Protokoll – „Ich sah den Mord, wir luden die Leiche in den Kofferraum“

RastinewsIm Fall der seit über sechs Jahren vermissten Gülistan Doku gibt es eine brisante Wendung. Umut Altaş, der in den USA vom FBI vernommen wurde, behauptet, gesehen zu haben, wie Doku von Mustafa Türkay Sonel in einem Fahrzeug erschossen wurde. Laut Altaş luden sie die Leiche gemeinsam in den Kofferraum des Wagens; anschließend habe sich Şükrü Eroğlu, der Leibwächter des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, eingeschaltet.

In den Ermittlungen zu der seit dem 5. Januar 2020 in Tunceli vermissten Studentin Gülistan Doku ist nun die Aussage von Umut Altaş aktenkundig geworden, gegen den ein Haftbefehl vorliegt und der sich in den USA aufhält.

Altaş wurde am 19. und 20. August 2026 im Moshannon Valley Processing Center in Pennsylvania von Beamten des FBI und der US-Behörde Homeland Security Investigations (HSI) vernommen.

Die Vernehmung erfolgte anhand von 109 Fragen, die die türkischen Behörden vorbereitet hatten. Der daraus resultierende, 34-seitige FBI-Bericht wurde an die Türkei übermittelt.

„Gülistan saß auf der Rückbank, er zog die Waffe und schoss“

Altaş zufolge nahmen er und Mustafa Türkay Sonel Gülistan Doku am 5. Januar 2020 in einem BMW mit.

Sonel habe das Fahrzeug gesteuert, er selbst habe auf dem Beifahrersitz gesessen und Doku auf der Rückbank, so Altaş. Im Wagen sei ein Streit entbrannt.

Sonel habe daraufhin eine Pistole aus dem Handschuhfach gezogen und Doku erschossen, behauptet Altaş.

Auf die Frage der FBI-Beamten, ob er glaube, dass Mustafa Türkay Sonel Gülistan Doku getötet habe, antwortete Altaş mit „Ja“ und gab an, die Tat selbst mit angesehen zu haben.

„Wir luden die Leiche in den Kofferraum“

Nach den Schüssen habe er gemeinsam mit Sonel die Leiche in den Kofferraum des Fahrzeugs gelegt, so Altaş.

Sonel habe anschließend Şükrü Eroğlu angerufen, den Leibwächter des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, und rund 15 bis 20 Minuten mit ihm gesprochen, berichtet Altaş.

Sonel habe zu ihm gesagt: „Schweig, erzähl niemandem davon. Mein Vater wird das regeln und beseitigen“, behauptet Altaş.

Am nächsten Morgen habe Sonel ihn erneut angerufen und diesmal gesagt: „Keine Sorge, wir haben es erledigt. Sag nur niemandem etwas“, so Altaş.

Hinweis auf die Straße nach Pertek

In Altaş' Aussage gegenüber dem FBI findet sich auch eine neue Behauptung dazu, wo sich der Leichnam von Gülistan Doku befinden könnte.

Sonel habe ihm gesagt, die Leiche befinde sich rund 30 Fahrminuten vom Tatort entfernt in Richtung Pertek, gab Altaş an.

Altaş vermutet, dass die Leiche in der Nähe der damals im Bau befindlichen neuen Straße vergraben worden sein könnte, betonte jedoch ausdrücklich, den Ort selbst nicht gesehen zu haben – die Information stamme allein aus Sonels Schilderung.

Funkzellendaten vorgelegt

Bei der Vernehmung wurde Altaş auch zu Aufzeichnungen des HTS (Mobilfunk-Verbindungsdaten) und des Kennzeichenerkennungssystems (PTS) befragt.

Den Ermittlungsunterlagen zufolge hielt sich Altaş am 5. Januar 2020 um 22.09 Uhr in der Nähe des Sarısaltuk-Viadukts auf, wo Doku zuletzt gesehen wurde. Altaş wurden zudem Aufzeichnungen vorgelegt, denen zufolge sich auch Sonel und Eroğlu im selben Zeitraum in dem Gebiet aufhielten.

Nach zunächst widersprüchlichen Angaben räumte Altaş ein, nach der Tat gemeinsam mit Sonel erneut zu der Brücke zurückgekehrt zu sein.

Sonel habe den Grund für die Rückkehr laut Altaş mit den Worten erklärt: „Wir schauen nach, ob es irgendwelche Kameras gibt.“

„Unsere Familie ist der Staat, uns kann niemand etwas anhaben“

Altaş gab zudem an, nach der Tat von Sonel mit dem Tod bedroht worden zu sein.

Sonel habe zu ihm gesagt: „Du kennst meine Macht, ich kann dich und deine Familie umbringen. Unsere Familie ist der Staat, uns kann niemand etwas anhaben“, behauptet Altaş. Ihm sei zudem Geld dafür angeboten worden, dass er schweigt.

In der Akte findet sich auch eine Nachricht, die Altaş an seinen Vater schickte: „Hör auf, Theater zu spielen. Du warst es, der mich zum Schweigen gebracht hat.“

Altaş sagte, er sei 2022 von Istanbul nach Mexiko und von dort an die US-Grenze gereist; die für den illegalen Grenzübertritt gezahlten 10.000 Dollar habe sein Vater aufgebracht.

Vorwürfe liegen nun der Staatsanwaltschaft vor

Der mit Schreiben des FBI vom 26. August 2026 an die Türkei übermittelte, 34-seitige Bericht sei kein wörtliches Vernehmungsprotokoll, sondern eine Zusammenfassung der FBI-Beamten, die die Gespräche geführt hätten, heißt es.

Altaş' Schilderungen weisen zudem Widersprüche auf. Seine Aussagen gelten daher bislang nicht als bestätigte gerichtliche Erkenntnisse.

Die Oberstaatsanwaltschaften von Erzurum und Tunceli setzen die Ermittlungen fort und gleichen Altaş' Aussagen gegenüber dem FBI mit HTS- und PTS-Aufzeichnungen sowie weiteren Zeugenaussagen in der Akte ab.

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