Barrack nimmt jetzt die Drusen ins Visier: „Banden füllen das Vakuum“

RastinewsDer US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, hat sich in einer Erklärung zu den Entwicklungen in Sweida scharf gegen drusische bewaffnete Gruppen gewandt. Barrack bezeichnete Kräfte, die außerhalb der staatlichen Autorität stehen, als „Banden“ und vertrat die Position, dass das Recht zum Waffengebrauch allein bei der Regierung in Damaskus liegen dürfe.
Die Erklärung erfolgte, nachdem das Haus von Atef Hunaidi, einem Gegner des drusischen Anführers Hikmat al-Hijri, gestürmt und Hunaidi festgehalten worden war.
Barrack erklärte, Hunaidi sei „willkürlich festgehalten und aus seinem Haus verschleppt“ worden, und fügte hinzu: „Wo es keine Regierung gibt, füllen Banden das Vakuum.“
Barracks Botschaft ging jedoch weit über den Fall Hunaidi hinaus. Der US-Vertreter verknüpfte die Zukunft der bewaffneten Strukturen in Sweida unmittelbar mit deren Integration in Damaskus. Barrack, der betonte, dass die Befugnis zum Einsatz bewaffneter Gewalt allein dem Staat zustehen müsse, forderte, Sweida wieder unter die Autorität der Zentralregierung zu stellen.
Barracks Wortwahl fällt angesichts der Vorgeschichte auf: Den Damaskus unterstellten Kräften wurden in Sweida in der Vergangenheit schwere Übergriffe gegen Drusen vorgeworfen. Ein bedeutender Teil der drusischen bewaffneten Gruppen in der Region begründet seine Existenz gerade mit dem Misstrauen gegenüber Damaskus und mit Sicherheitsbedenken.
Barrack ließ frühere Verstöße der Damaskus-Kräfte nicht gänzlich unerwähnt; er erklärte, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Doch an der von Washington vorgeschlagenen Lösung änderte dies nichts: Sweida soll in Damaskus integriert, bewaffnete Strukturen außerhalb des Staates aufgelöst und das Gewaltmonopol der Zentralregierung übertragen werden.
Damit ist Barracks Äußerung über „Banden“ nicht allein als Reaktion auf einen Fall von Freiheitsberaubung zu verstehen. Die Erklärung zeigt zugleich, welche politische Linie Washington in der Sweida-Frage unterstützt: Während das Misstrauen der Drusen gegenüber Damaskus fortbesteht, verweisen die USA weiterhin auf Damaskus als Adresse für die Lösung.
