Trump erwägt Beendigung des Iran-Kriegs

RastinewsUS-Präsident Donald Trump soll mit hochrangigen Beratern die Option erörtert haben, das Ende des seit sechs Monaten andauernden Krieges mit dem Iran zu erklären. Während die Regierung in Washington den wirtschaftlichen Druck erhöht, deutet die Verlängerung der Einsatzzeiten der Truppen in der Region durch das Pentagon bis 2027 darauf hin, dass der Krieg kurzfristig nicht enden dürfte.
Laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ), der sich auf mit der Sache vertraute Quellen stützt, hat Trump in jüngster Zeit mit hochrangigen Beratern erörtert, ob das Ende des Iran-Krieges erklärt werden soll oder nicht.
Dem Bericht zufolge steht Trump dieser Option positiv gegenüber, spricht sich jedoch dafür aus, den wirtschaftlichen Druck auf Iran aufrechtzuerhalten. Die Regierung in Washington geht davon aus, dass Sanktionen und wirtschaftlicher Druck Teheran dazu zwingen könnten, sein Atomprogramm aufzugeben oder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Die militärische Lage vor Ort liefert jedoch kein klares Signal für ein baldiges Kriegsende.
Pentagon verlängert Einsatzzeiten
Laut WSJ hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Einsatzzeiten einiger amerikanischer Truppen im Nahen Osten still verlängert. Einige Einheiten sollen demnach bis 2027 in der Region verbleiben.
Die USA haben rund 50.000 Soldaten in der Region stationiert. Auch 19 Kriegsschiffe der US-Marine, darunter zwei Flugzeugträger und 13 Lenkwaffenzerstörer, sind dort im Einsatz.
Berichten zufolge wurden die normalerweise neun Monate dauernden Einsatzzeiten der Luftabwehreinheiten auf zwölf Monate verlängert, wobei einige Einheiten bereits seit über einem Jahr in der Region stationiert sind.
Zu den Aufgaben der amerikanischen Streitkräfte zählen die Abwehr iranischer Raketen und Drohnen, der Schutz von Handelsschiffen in der Straße von Hormus sowie die Durchsetzung der Blockade gegen iranische Häfen.
Die verlängerten Einsätze sollen den Druck auf Personal und Ausrüstung des US-Militärs erhöhen.
Trump setzt auf wirtschaftlichen Druck
Die Regierung Trump hat in den vergangenen Wochen neben militärischen Operationen auch den Druck auf die iranische Wirtschaft verstärkt.
Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass Teheran nachgibt. Auch die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und Iran rund um die Straße von Hormus dauern an.
Trump erklärte am 2. September im Oval Office, bei den jüngsten amerikanischen Angriffen seien Radar- und Raketensysteme getroffen worden, die Iran rund um Hormus wieder aufzubauen versucht habe. Der US-Präsident erklärte zudem, im Bedarfsfall zu weiteren Angriffen bereit zu sein.
Laut Reuters sagte Trump in derselben Erklärung, er erwarte nicht, dass die erneut verstärkten amerikanischen Militäroperationen gegen Iran von langer Dauer sein würden.
Auch Zwischenwahlen stehen auf Washingtons Agenda
Laut einem Reuters-Bericht, der sich auf vier Quellen stützt, wollen Trumps hochrangige Berater verhindern, dass sich der Iran-Krieg vor den Zwischenwahlen am 3. November erneut zu einem umfassenden Konflikt ausweitet.
Den Quellen zufolge wird im Weißen Haus auch die Option erwogen, die militärischen Operationen nach den Wahlen wieder zu verstärken. Es liegen jedoch keine Informationen darüber vor, dass eine solche Entscheidung bereits getroffen wurde.
Trump selbst vertritt die Ansicht, dass die bevorstehenden Wahlen für seine Iran-Politik nicht ausschlaggebend seien.
Dass sich das Pentagon trotz der Debatten in Washington über ein Kriegsende auf eine langfristige militärische Präsenz in der Region vorbereitet, zeigt, dass die USA sich gegenüber Iran sowohl die Option des diplomatischen und wirtschaftlichen Drucks als auch die einer militärischen Intervention offenhalten.
Quellen: The Wall Street Journal, Reuters
