Kurdisch-Reaktion der Universität Rojava an Damaskus: Zwölf Jahre Errungenschaften werden ignoriert

RastinewsDie Universität Rojava kritisierte scharf die Entscheidung des syrischen Bildungsministeriums, den kurdischsprachigen Unterricht auf drei Wochenstunden zu reduzieren. Die Universität bezeichnete diesen Schritt als „einen Rückschritt, der die Entwicklung des Bildungssystems behindert".
Gegen die Entscheidung der syrischen Regierung, den kurdischsprachigen Unterricht im Lehrplan einzuschränken, kam von der Universität Rojava akademischer Widerspruch.
In einer von der Universitätsleitung auf Kurdisch und Arabisch veröffentlichten Erklärung wurde betont, dass die Entscheidung die in der Region über zwölf Jahre aufgebaute wissenschaftliche Erfahrung und die Bildungsqualität bedrohe.
„Kurdisch ist nicht nur eine Sprache der Literatur, sondern auch der Medizin und der Ingenieurwissenschaften"
In der Erklärung wurde daran erinnert, dass Kurdisch in den vergangenen zwölf Jahren in Rojava-Kurdistan auf allen Bildungsstufen als Grundsprache anerkannt worden sei und dabei große Erfahrung gesammelt worden sei. Die Entscheidung stehe nicht im Einklang mit den akademischen Realitäten, hieß es weiter:
„Die Verwendung der Muttersprache blieb nicht auf literaturwissenschaftliche Fächer beschränkt; auch in Fächern wie Medizin, Mathematik, Physik, Chemie und Ingenieurwesen wurde erfolgreich auf Kurdisch unterrichtet. Die Reduzierung des kurdischsprachigen Unterrichts auf nur drei Wochenstunden wird das Verständnis- und Analysevermögen der Studierenden schwächen und die in zwölf Jahren erzielten Errungenschaften zunichtemachen."
Verweis auf internationale Standards
Die Universität wies auf die Bedeutung der Muttersprache in der Bildung hin und betonte, dass dieser Schritt der Verwaltung in Damaskus im Widerspruch zu internationalen Bildungsabkommen und Normen stehe, die den muttersprachlichen Unterricht fördern.
In der Erklärung wurde gewarnt, dass die Entscheidung ernsthafte akademische Risiken für die Zukunft der Studierenden mit sich bringen werde.
Lösungsvorschlag: Zweisprachiges Bildungsmodell
Die Universität Rojava schlug anstelle der Einschränkung des kurdischsprachigen Unterrichts als moderneren und wissenschaftlicheren Ansatz das Modell der „zweisprachigen Bildung" (bilingual) vor.
Mit diesem weltweit anerkannten Modell könnten, so die Erklärung, die naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fächer sowohl auf Kurdisch als auch auf Arabisch unterrichtet werden, wodurch die sprachlichen Rechte der Studierenden gewahrt und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden könnten.
Aufruf an Damaskus: Entscheidung überdenken
Die Universität Rojava betonte, dass muttersprachliche Bildung sowohl ein akademisches als auch ein grundlegendes Menschenrecht sei, und forderte die Verwaltung in Damaskus sowie die zuständigen Behörden auf, die Entscheidung zur Reduzierung des kurdischsprachigen Unterrichts zu überdenken.
Die Universität erklärte, dass die in den vergangenen zwölf Jahren erzielten Errungenschaften verteidigt werden müssten, um die Bildungsqualität zu erhalten und die Zukunft der Studierenden zu sichern.
Quelle: Rûdaw
