Konferenz in London widmet sich jüdisch-kurdischen Beziehungen

RastinewsDas Jewish Kurdish Network richtet vom 6. bis 7. September 2026 in London eine internationale Konferenz aus. Zwei Tage lang diskutieren Wissenschaftler, Politiker und Vertreter beider Gemeinschaften über Vergangenheit und Zukunft der jüdisch-kurdischen Beziehungen. Am Ende der Konferenz soll eine „Diaspora-Erklärung“ verabschiedet werden, die den Rahmen für die künftige Zusammenarbeit beider Diasporas absteckt.
Das Jewish Kurdish Network veranstaltet die Konferenz gemeinsam mit dem London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism (LCSCA) und dem Kurdish Studies Program des Moshe-Dayan-Zentrums an der Universität Tel Aviv. Der Titel lautet „Jüdisch-kurdische Beziehungen im sich wandelnden Nahen Osten: Ein Blick auf gemeinsame Geschichte, Identität und künftige Zusammenarbeit“. Unter dem Motto „Geschichte. Identität. Zukunft.“ findet die Konferenz am 6. und 7. September 2026 in London statt.
Erwartet werden Wissenschaftler, Politiker, Journalisten, Gemeindevertreter, Aktivisten und zivilgesellschaftliche Kreise aus dem Vereinigten Königreich, Europa, Israel, den USA und der Region Kurdistan.
An den beiden Tagen stehen gemeinsame Geschichte und Identität, Nationalismus, Minderheitenrechte, Genozid und kollektives Gedächtnis, die Politik der Region, Rolle und Verantwortung der Diaspora, die Führungsrolle von Frauen, die Stimme der Jugend sowie die Zukunft der kurdisch-jüdischen Zusammenarbeit auf dem Programm.
Ziel: eine Diaspora-Erklärung
Nach Angaben der Veranstalter soll die Konferenz die gemeinsame Geschichte und das gegenseitige Verständnis in eine dauerhafte Zusammenarbeit zwischen der jüdischen und der kurdischen Diaspora überführen und Verbindungen zwischen Wissenschaftlern, Politikgestaltern, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kultureinrichtungen und künftigen Generationen schaffen.
Am Ende der beiden Tage soll die „Diaspora-Erklärung zur kurdisch-jüdischen Partnerschaft“ verabschiedet werden. Der Text soll einen dauerhaften Rahmen für Solidarität und gemeinsame Arbeit zwischen den beiden Gemeinschaften bilden.
Wer spricht auf den Panels?
Die Konferenz beginnt am Sonntag, den 6. September, mit einer Eröffnungszeremonie. Nach der Eröffnungsrede des Organisationskomitees sprechen Vertreter der Partnerinstitutionen und unterstützenden Organisationen jeweils ein Grußwort. Neben sieben Panels sind Frage-und-Antwort-Runden sowie Diskussionen für das Publikum vorgesehen; einer der Höhepunkte des Programms ist ein breit angelegter kurdisch-jüdischer Runder Tisch.
Das erste Panel trägt den Titel „Zionismus und Kurdayetî: Nationale Bewegungen, Identität und Existenz“. Unter der Moderation von Dr. Nir Boms sprechen Dr. Khaled Salih, Prof. Orit Rozin und Evin A. Behandelt werden nationale Identität und Selbstbestimmungsrecht, Forderungen nach Staatlichkeit sowie die Frage, wie sich Identität in Konfliktregionen herausbildet.
Das zweite Panel mit dem Titel „Uralte Wurzeln: Die Juden Kurdistans und das gemeinsame Erbe“ moderiert Edwin Shuker. Als Referenten treten Dr. Veysi Dağ, Yehuda Ben Yosef und Prof. Baruch Shimoni auf; diskutiert werden die historische Präsenz jüdischer Gemeinden in Kurdistan, gemeinsame kulturelle Traditionen, Sprache und Bräuche sowie die Lehren aus einem jahrhundertelangen Zusammenleben.
Das dritte Panel steht unter dem Titel „Regionaler Wandel und die Politik des Westens gegenüber Kurden und Israel“. Die britische Abgeordnete Feryal Clark moderiert die Runde mit Ali Toprak, Shukriya Bradost, Dr. Jonathan Spyer und Mutlu Çiviroğlu. Themen sind der geopolitische Wandel im Nahen Osten, die regionale Sicherheitslage nach dem 7. Oktober, die Rolle Irans, der Türkei, Iraks und Syriens sowie die Politik des Westens.
Die letzte Sitzung des Tages, das vierte Panel, trägt den Titel „Erinnerung, Genozid und kollektive Existenz“. Unter der Moderation von Dr. Joanna Michlic sprechen Prof. Phillip Spencer, Prof. Jan Ilhan Kizilhan, Dr. Brahim Malaz und Prof. Dr. Hüseyin Çiçek über historisches Gedächtnis, Genozide und Massaker, Trauma- und Heilungsprozesse sowie die Verhinderung künftiger Massenverbrechen.
Im Kulturprogramm der Konferenz sind eine Vorführung von Kae Bahars Film Dağlardan Başka Dost Yok (Nur die Berge sind unsere Freunde) sowie ein traditionelles Musikkonzert kurdischer Künstler vorgesehen. Die Teilnehmer kommen an beiden Tagen mit Referenten aus aller Welt zusammen.
„Keine reine Konferenz über die Vergangenheit“
Das Jewish Kurdish Network ist eine Organisation, die sich durch Bildung, Dialog, kulturellen Austausch, wissenschaftliche Arbeit und internationale Zusammenarbeit für die Stärkung der Beziehungen zwischen jüdischen und kurdischen Gemeinschaften einsetzt. Die Veranstalter beschreiben die Konferenz als wichtiges Treffen, das Persönlichkeiten zusammenbringt, die sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der jüdisch-kurdischen Beziehungen befassen.
In der Ankündigung heißt es zum Ziel der Konferenz: „Dies ist keine reine Konferenz über die Vergangenheit. Es ist ein Gespräch darüber, was als Nächstes kommt.“
Der Eventbrite-Link für Teilnahme und weitere Informationen:
