ZUM INHALT SPRINGEN
MENSCHENRECHTE2 MIN. LESEZEIT

Iran: Hinrichtung von Demonstrant Ghaem Hosseini – fünftes Todesurteil in diesem Fall vollstreckt

Der im Januar 2026 während der Proteste im Iran festgenommene Ghaem Hosseini wurde im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan hingerichtet. Der Fall trägt den Namen „Alikhani-Platz“

TEILEN
Iran: Hinrichtung von Demonstrant Ghaem Hosseini – fünftes Todesurteil in diesem Fall vollstreckt

RastinewsDer im Januar 2026 während der Proteste im Iran festgenommene Ghaem Hosseini ist im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan hingerichtet worden. Damit steigt die Zahl der im Fall „Alikhani-Platz“ hingerichteten Demonstranten auf fünf.

Die Organisation Iran Human Rights Monitor (Iran HRM) teilte mit, Ghaem Hosseini sei am Donnerstagmorgen, dem 20. August, im Dastgerd-Gefängnis erhängt worden.

Hosseini war im Verfahren um den „Alikhani-Platz“ angeklagt, das nach Protesten in Isfahan eröffnet wurde und in dem gegen zwölf Angeklagte Todesurteile verhängt wurden.

Im selben Verfahren waren zuvor Erfan Esfandiari, Gol-Mohammad Mohammadi, Amirhossein Safari und Abolfazl Sepahi hingerichtet worden. Mit der Vollstreckung an Hosseini stieg die Zahl auf fünf.

Familie zum letzten Besuch vorgeladen

Laut Iran HRM war Hosseinis Familie gemeinsam mit den Angehörigen von Amirhossein Maleki und Ali Dashti, die im selben Verfahren zum Tode verurteilt wurden, am 28. Juli zu einem letzten Besuch ins Gefängnis vorgeladen worden.

Trotz der Bemühungen der Familien und der Forderungen von Menschenrechtsorganisationen, die Hinrichtung auszusetzen, wurde das Urteil gegen Hosseini am Morgen des 20. August vollstreckt.

Das der iranischen Justiz nahestehende Student News Network beschrieb Hosseini als ausländischen Staatsangehörigen, der unter dem Namen „Arian“ bekannt sei. Dem Bericht zufolge soll er sich an einem Ort aufgehalten haben, an dem Sicherheitskräfte getötet wurden, und die Leichen der ums Leben gekommenen Beamten getreten haben.

Schwerwiegende Einwände gegen das Verfahren

Iran HRM erklärte, Hosseini sei es während der Ermittlungsphase nicht gestattet worden, einen unabhängigen Anwalt zu wählen; auch die vom Gericht bestellten Anwälte hätten keinen vollständigen Zugang zur Akte erhalten.

Der Fall sei in einer einzigen, nichtöffentlichen Sitzung verhandelt worden. Weder die Einzelheiten der ihm zur Last gelegten Taten noch die dem Todesurteil zugrunde liegenden Beweise oder die schriftliche Begründung des Gerichts seien öffentlich gemacht worden.

UN fordert Stopp der Hinrichtungen

Amirhossein Safari und Abolfazl Sepahi, die im selben Verfahren angeklagt waren, waren bereits am 28. Juli öffentlich auf dem Alikhani-Platz in Isfahan hingerichtet worden.

Nach diesen Hinrichtungen rief die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte im Iran, Mai Sato, die Führung in Teheran dazu auf, die Todesurteile auszusetzen, und bezeichnete die öffentlichen Hinrichtungen als „grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlung“.

Laut Iran HRM verurteilten am 12. August zudem 32 Staaten – darunter Frankreich, Großbritannien und Kanada – sowie die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik die Hinrichtungen von Demonstranten im Iran.

Die iranischen Behörden äußerten sich bislang nicht ausführlich zu Hosseinis Verfahren oder zu den Vorwürfen, sein Recht auf ein faires Gerichtsverfahren sei verletzt worden.

Quelle: Iran HRM

TEILEN

Kommentare

Kommentar schreiben

WEITERLESEN

    Iran: Hinrichtung von Demonstrant Ghaem Hosseini – fünftes Todesurteil in diesem Fall vollstreckt — Rastinews