Ermittlungen gegen früheren Süleymancı-Chef Denizolgun: Video-Fund im Verdachtsfall

RastinewsIm Ermittlungsverfahren zum verdächtigen Tod des früheren Süleymancı-Anführers Arif Ahmet Denizolgun ist nach Angaben der Ermittler eine Videoaufnahme der Obduktion von 2016 aufgetaucht, die zuvor als nicht auffindbar gemeldet worden war. Das Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Bei den Proben, die nach der Exhumierung von Denizolgun entnommen wurden, wird zudem eine mögliche Vergiftung oder Erstickung untersucht.
Wie die Zeitung Sabah berichtet, hatte das Büro für Ermittlungen zu organisierter Kriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy im Rahmen des Verfahrens zum Tod Denizolguns am 24. Februar und am 1. Juni 2026 beim Institut für Gerichtsmedizin (ATK) die während der Obduktion angefertigten Kameraaufnahmen angefordert. Die für Istanbul zuständige Fachabteilung für Leichenschau des ATK hatte daraufhin mitgeteilt, es lägen keine Aufnahmen vor. Am 19. August, dem Tag der Exhumierung Denizolguns, ging bei der Staatsanwaltschaft ein neues Schreiben des ATK ein, wonach Videoaufnahmen der Obduktion doch vorhanden seien. Die Aufnahmen seien auf USB-Stick und CD übertragen und an die Generalstaatsanwaltschaft übermittelt worden, hieß es.
Laut einem Bericht von T24 wurde das Grab Denizolguns auf Antrag der Familie im Verfahren der Graböffnung (Fekk-i Kabir) geöffnet; die dem Leichnam entnommenen Proben wurden zur Untersuchung an das Institut für Gerichtsmedizin geschickt.
Im ersten Obduktionsbericht von 2016 waren in der Verwesungsflüssigkeit des Leichnams Schwermetalle wie Barium, Arsen, Kadmium, Nickel und Quecksilber festgestellt worden. Die neuen Untersuchungen sollen nun einer möglichen Vergiftung nachgehen.
Im ersten Tatortprotokoll war zudem festgehalten worden, dass am linken unteren Halsbereich Denizolguns Hämatome und Quetschungen vorlagen. Der Erste Fachausschuss für Gerichtsmedizin werde demnach auch die Möglichkeit einer Erdrosselung oder eines Erstickens durch Zuhalten von Mund und Nase prüfen.
„Auch nach 10 Jahren noch feststellbar“
Der Gerichtsmediziner Prof. Dr. Nevzat Alkan hatte im Zusammenhang mit dem Verfahren der Graböffnung erklärt, eine mögliche Vergiftung lasse sich auch nach rund zehn Jahren noch nachweisen.
Alkan sagte dazu: „Da zehn Jahre vergangen sind, rechnen wir normalerweise nur mit Knochengewebe. Finden sich neben dem Knochengewebe aber auch Nägel, Haare, Reste des Leichentuchs oder womöglich Weichgewebe, lassen sich die Analysen deutlich verlässlicher durchführen.“
Alkan verwies als Beispiel auf die Öffnung des Grabes von Turgut Özal 18 Jahre nach dessen Tod und erklärte, auch die damals aufgekommenen Vergiftungsvorwürfe hätten sich analysieren lassen.
