Neuer Alarm an der Grenze zu Ceuta: Fnideq als frühere IS-Rekrutierungshochburg wieder im Fokus

RastinewsDie marokkanische Stadt Fnideq, direkt gegenüber der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika, rückt nach der jüngsten Massenmigrationswelle diesmal wegen Sicherheitsbedenken in den Mittelpunkt.
Fnideq galt während der intensivsten Phasen des Syrien-Kriegs als eine der wichtigsten Rekrutierungshochburgen des IS in Marokko. Berichten zufolge sollen Hunderte Menschen aus der Stadt nach Syrien und in den Irak gereist sein. Bereits 2014 hatten marokkanische Behörden erklärt, dass ein Netzwerk mit Verbindungen nach Fnideq Kämpfer für den IS rekrutiert habe.
Zu den Namen aus der Region zählte auch der Marokkaner Mohamed Hamdouch, der wegen der von ihm in den Reihen des IS verübten Gräueltaten unter dem Beinamen „Der Henker“ bekannt war. Hamdouch soll 2015 in Syrien getötet worden sein.
Fnideqs Vergangenheit rückt nun, nach dem massenhaften Grenzübertritt von Marokko nach Ceuta am 30. Juli, erneut ins Blickfeld.
Laut Berichten der spanischen Presse prüfen Anti-Terror-Einheiten, ob sich unter den Grenzgängern Personen befinden, die zuvor in Ermittlungen wegen dschihadistischen Terrors aufgetaucht, festgenommen oder nach einer Verurteilung nach Marokko abgeschoben worden waren. Ersten Erkenntnissen zufolge sollen mindestens 12 Personen identifiziert worden sein; eine offizielle, von den spanischen Behörden veröffentlichte Bilanz liegt dazu bislang nicht vor.
Unterdessen versetzten Social-Media-Beiträge, wonach für den 15. August zu einem neuen Massenübertritt an die Grenze zu Ceuta aufgerufen werde, die spanischen Behörden in Alarmbereitschaft.
Fnideq, einst mit IS-Netzwerken nach Syrien und in den Irak in Verbindung gebracht, steht damit Jahre später erneut im Zentrum der Migrations- und Sicherheitsdebatten an Europas Südgrenze.
