USA setzt Aerostat-Überwachungssystem über Erbil wieder in Betrieb
ERBIL – Die USA haben das als PSS-T bekannte Aerostat-Überwachungssystem wieder in Betrieb genommen, um den Luftraum über Erbil zu überwachen. Der Ballon deckt ein Gebiet von rund 50 Kilometern ab.

RastinewsERBIL – Die USA haben das als PSS-T bekannte Aerostat-Überwachungssystem erneut über Erbil in Betrieb genommen, um die Sicherheit des dortigen Luftraums zu überwachen. Das System kann ein Gebiet von etwa 50 Kilometern im 360-Grad-Radius erfassen und wird zur Erkennung von Luftfahrzeugen und Kurzstreckenmunition eingesetzt.
Eine gegenüber Rûdaw sprechende Sicherheitsquelle teilte mit, der Überwachungsballon sei gestern um 15:30 Uhr Ortszeit erneut aufgestiegen. Wie lange er in der Luft bleiben soll, ist bislang nicht bekannt.
Überwachung des Luftraums über Erbil
Das Aerostat, das die Radar- und Frühwarnkapazität des Patriot-Luftabwehrsystems unterstützt, war erstmals Anfang Mai in Erbil stationiert worden.
Anfang August war der Ballon jedoch zu Boden geholt worden, während innerhalb von 72 Stunden ein Wechsel der Verteidigungssysteme stattfand: Die USA verlegten acht Patriot-Luftabwehrbatterien nach Jordanien, Großbritannien sein Rapid-Sentry-System nach Zypern.
Zu den Gründen für die damalige Außerbetriebnahme des Systems wurde keine offizielle Erklärung abgegeben.
Das nun wieder aufgestiegene Aerostat soll den Angaben zufolge den Erbil International Airport und den umliegenden Luftraum überwachen und eine Frühwarnung vor möglichen Bedrohungen ermöglichen.
Überwachungsradius von 50 Kilometern
Das PSS-T verfügt über eine 360-Grad-Überwachungsreichweite von rund 50 Kilometern. Ausgestattet mit tag- und nachttauglichen Kameras, kann das System neben Luftfahrzeugen auch Kurzstreckenmunition erfassen.
Der Ballon kann sich über längere Zeiträume in großer Höhe halten und ermöglicht so die ununterbrochene Überwachung von Militärbasen, Truppenstandorten und Konvois.
Ähnliche Systeme kamen zuvor bereits an verschiedenen Standorten mit US-Truppen im Irak zum Einsatz, darunter auf der Luftwaffenbasis Ain al-Asad und der K-1-Basis bei Kirkuk.
Eine Million Überwachungsstunden in der Region Kurdistan
Die für den Betrieb des Systems zuständige Firma NASC führt seit 2010 für das US-Verteidigungsministerium und andere Behörden Konstruktions-, Installations-, Test- und Einsatzarbeiten an PSS-T-Systemen durch.
Den Angaben zufolge hat das Unternehmen außerhalb der USA den Einsatz von 60 PSS-T-Systemen geleitet und mehr als 1.800 Mitarbeiter geschult.
Nach vorliegenden Informationen hat das System in der Region Kurdistan bislang mehr als eine Million Stunden an Aufklärungs-, Überwachungs- und Erkundungseinsätzen (ISR) absolviert. Dabei seien mehr als 5.000 sicherheitsrelevante Vorfälle und Bewegungen registriert worden.
Die erneute Stationierung des Aerostats über Erbil fällt in eine Phase, in der die Luftsicherheit und die Bedrohung durch Drohnen in der Region Kurdistan wieder verstärkt im Vordergrund stehen.
