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Fanon vergrauen

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sprechen zahlreiche Denkrichtungen und Disziplinen aus je eigener Perspektive über Fanon. Das Ausmaß des Interesses an Fanon

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Fanon vergrauen

RastinewsSeit mehr als einem halben Jahrhundert setzen sich zahlreiche Denkrichtungen und Disziplinen aus je eigener Perspektive mit Fanon auseinander. Auch wenn das Interesse an Fanon in seiner Intensität schwankte, blieben „Die Verdammten dieser Erde" stets präsent. Manche Stimmen verstummen nie. Auch wer sich die Ohren zuhält, findet einen Riss, durch den sie eindringen.

Das Interesse an Fanon ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen; weltweit wird er erneut zum Gegenstand zahlreicher Aufsätze, Bücher und Studien. Dieses Interesse hat gewiss seine Gründe. Um sie zu verstehen, lohnt ein Blick darauf, in welchen Bereichen die betreffenden Arbeiten und Debatten Widerhall finden. Auch in Kurdistan und in der Türkei haben sich die Fanon-Debatten wieder verdichtet – erkennbar nicht nur an veröffentlichten Texten und Studien, sondern auch an den Diskussionen in den sozialen Medien. Im Kern geht es bei Fanon um die Begriffe Kolonialismus und Antikolonialismus. Das deutet darauf hin, dass antikoloniale Debatten erneut an Fahrt gewinnen. Dass diese Debatten zu einem sehr großen Teil im kurdischen öffentlichen Raum Widerhall finden, bestätigt meines Erachtens genau diesen Befund.

In diesem Text will ich nicht einen weiteren Beitrag zur Fanon-Literatur liefern, sondern meine Gedanken zum allgemeinen Charakter der in jüngerer Zeit in der Türkei geführten „Fanon-Lektüren" darlegen.

In diesen Debatten wird Fanon vor allem über die Metapher des „Nicht-mehr-Atmen-Könnens" verhandelt: „Wir brauchen Fanon mehr denn je, denn keiner von uns kann mehr atmen!" In dieser Gedankenlinie verdient neben „Nicht-atmen-Können" auch das Wort „keiner von uns" Beachtung. „Wir alle werden stärker unterdrückt und ausgebeutet als je zuvor; die Ausbeutung hat sich in Umfang und Wirkung derart ausgeweitet, und die Unterdrückung ist so kapillar geworden, dass keiner von uns mehr atmen kann." Das ist, zusammengefasst, die Botschaft. Wir alle, keiner von uns …

Auffällig ist, dass in diesen Debatten über den Begriff der „Gleichsetzung" eine begriffliche Verwirrung entsteht. Indem das Verhältnis von Ausbeutern und Ausgebeuteten, von Unterdrückern und Unterdrückten mit dem Verhältnis von Kolonisatoren und Kolonisierten gleichgesetzt, ja gleichgeschaltet wird, gerät das eigentliche Problem aus dem Blick. So entsteht großteils eine „weiße" Lesart. Gewiss, mit Ausnahme einer kleinen Minderheit wird auf der Welt fast jeder unterdrückt und ausgebeutet … Doch es dürfte kaum nötig sein zu betonen, dass nicht jede Form von Ausbeutung und Unterdrückung als koloniale Herrschaft bezeichnet werden kann. Frauen, Migranten, Arbeiter, Homosexuelle, Tiere, Papierlose, Schwarze bleiben weltweit „Objekt" von Unterdrückungs- und Ausbeutungspolitik. Doch daneben werden auch Männer, Heterosexuelle, Staatsbürger, Weiße unterdrückt und ausgebeutet – nur unter anderen Vorzeichen. Dabei darf nicht aus dem Blick geraten, dass Männer, Heterosexuelle und Weiße nicht aufgrund dieser Identitäten unterdrückt werden. Um die Debatte konkret zu machen: Ja, auch Weiße werden unterdrückt, aber niemand wird unterdrückt, weil er weiß ist; auch dass die meisten Türken unterdrückt werden, ist richtig, aber nicht, weil sie Türken sind. Schwarze hingegen werden unterdrückt und ausgebeutet, weil sie schwarz sind, und Kurden, weil sie Kurden sind. Die Realität des Kolonialismus aus diesem Zusammenhang zu lösen und auch Fanon losgelöst vom kolonialen Kontext zu betrachten, heißt nichts anderes, als die Wirklichkeit zu verschleiern oder sich vor ihr zu verschließen. Die „weiße" Stimme in diesen Lektüren ruft gleichsam aus: Wir sind jetzt alle Schwarze, eben deshalb brauchen wir mehr Fanon!

Die Ironie des Schicksals blinzelt uns zu: An die Stelle des „Schwarzen", der weiß werden wollte, tritt nun, paradoxerweise, der „Weiße", der behauptet, „schwarz" zu sein! Unabhängig davon, ob das zutrifft oder nicht, ist offensichtlich, dass dieser Ansatz aus Sicht des fanonschen Denkens höchst problematisch ist. Denn die genannten Fanon-Leser blenden aus, dass sie gegenüber dem kolonisierten Kurden selbst „weiß" sind. Indem sie Fanon loben und über ihn schreiben, verdecken sie zugleich ihre eigenen weißen Seiten. Schließlich gilt: „Wir sind jetzt alle Schwarze!"

Genau an dieser Stelle lohnt ein Blick auf Sartres berühmtes Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde".

„Dieses Buch braucht ganz gewiss kein Vorwort. Erst recht keines, das sich an uns richtet. Dennoch habe ich eines geschrieben, um die Dialektik bis zu Ende zu führen: Auch wir Europäer werden entkolonisiert, das heißt, der Kolonisator, der in einem jeden von uns steckt, wird in einer blutigen Operation herausgeschnitten. Wenn wir den Mut dazu haben, wollen wir uns gründlich betrachten und sehen, wozu wir geworden sind … Werden wir gesund werden? Ja. Die Gewalt heilt, wie der Speer des Achilles, die Wunden, die sie geschlagen hat. Heute liegen wir in Ketten, gedemütigt, krank vor Angst: Wir sind ganz unten."

„Wir", sagt Sartre beharrlich – „wir Europäer, wir Franzosen". Er tritt Fanons Herausforderung und dem Befreiungskampf gegen den Kolonialismus mit der Verantwortung entgegen, Europäer und Franzose zu sein. Er greift nicht zu dem Trick, zu sagen: „Auch wir werden unterdrückt, auch wir werden ausgebeutet" oder „wir sind alle Schwarze". Sartre lobt Fanon auch nicht. Er weicht lediglich nicht aus und versucht, sich der Sache zu stellen, so gut er kann – und lädt die Gesellschaft, in der er lebt und aus der heraus er spricht, zu eben dieser Konfrontation ein.

Blickt man dagegen auf die Debatten, die aus dem Türkentum heraus geführt werden, begegnet man meist einer oberflächlichen Lesart, die sich selbst aus der Zugehörigkeit zum Türkentum und zum „Weißsein" heraushält. Eine „unverantwortliche" Lesart, die sich dem antikolonialen Diskurs aus kurdischem Mund oder kurdischer Feder nicht als „Türke", sondern als „Freund" entgegenstellt; die sich das Gesagte nicht zu eigen macht, sondern es deutet und sich sogar anschickt, zu belehren. Dass auch Sartre sich selbst nicht als kategorisch feststehenden, rassistischen, kolonialen Weißen begreift, muss wohl kaum eigens betont werden – ebenso wenig, wie er sich selbst als „darüber erhaben" und aus dem Geschehen entlassen begreift: „Also jener Kolonisator, der in jedem von uns steckt …"

So lauten denn auch die letzten Worte des Vorworts: „Aber das ist, wie man sagt, eine andere Geschichte. Die Geschichte des Menschen. Die Zeit rückt näher, dessen bin ich sicher; wir werden uns den Reihen derer anschließen, die diese Geschichte machen."

In solchen Lektüren zeigt sich, als zwangsläufige Folge davon, sich selbst schon als fehlerhaft zu betrachten, auch die Art, die eigene Umgebung zu betrachten, in ähnlicher Gestalt. Zum Beispiel werden die Worte „Ich kann nicht atmen" des von der Polizei in den USA durch einen Würgegriff am Hals getöteten George Floyd und der Satz „Wir rebellieren nicht im Namen einer bestimmten Kultur, sondern weil wir nicht mehr atmen können" * über Fanons Texte nebeneinandergestellt, während der Blick zehntausend Kilometer weit weggelenkt wird – und wir sind es gewohnt, dabei jene zu übersehen, die gleich nebenan allein deshalb, weil sie Kurden sind, atemlos gemacht werden. Dass diese „weitsichtige" Haltung auch bei der Fanon-Lektüre fortgesetzt wird, läuft jedoch offenkundig darauf hinaus, Fanon und sein Denken zu karikieren – oder entspricht dabei zwangsläufig selbst einer Karikatur.

Ein weiterer auffälliger Zug der weißen Lektüren ist, dass Fanons Denken weniger kritisch befragt als vielmehr in ein Wechselspiel von Lob und Tadel gestellt wird. Bemerkenswert ist dabei, dass Fanon zunächst lobenswert gemacht und erst dann gelobt wird. Fanon von seiner „Pechschwärze" zu reinigen, ihn zumindest zu vergrauen oder in eine graue Zone zu ziehen, wird zur Vorbedingung dafür, ihn positiv zu würdigen. Fanon durch das Fenster der eigenen Weltanschauung zu betrachten und ihn als Bezugspunkt der eigenen Ansichten anzuführen, ist selbstverständlich üblich. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, Fanon aus dieser Motivation heraus auf den Kopf zu stellen, ihn zu entkernen oder sich passend zurechtzubiegen. Meines Erachtens macht vor allem seine Eindeutigkeit, die sich solchen Eingriffen verweigert, Fanon zu Fanon. Diese Eindeutigkeit hängt damit zusammen, dass er kein elitärer, für die Theorie Theorie produzierender Intellektueller war, sondern ein Subjekt, das vom Feld her, aus dem Brand heraus sprach und handelte. Deshalb können Fanons Texte sich mitunter selbst zu widersprechen scheinen: Er kann bestimmte Aspekte bestimmter Strömungen bejahen und andere zugleich heftig zurückweisen und die Wahrheit in einer Nacktheit aussprechen, die der „weiße" Mensch abstoßend finden wird. Denn Fanon ist ein zur Befreiung und Emanzipation hin ausgerichteter, handelnder Philosoph, und für ihn zählt vor allem, was sich erfahren lässt. Die Methode ist nicht in jedem Fall notwendig, der Kontext aber ist von großer Bedeutung. Fanon selbst sagt: „Das intellektuelle Denken ist zu einer Qual geworden, weil an die Stelle der Wirklichkeit des Menschen als eines lebenden, arbeitenden, sich selbst erschaffenden Wesens Worte getreten sind, aneinandergereihte Wörter und die Spannungen, die ihre Bedeutungen erzeugen."

Richtet man an genau dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf die erwähnte Vergrauungsmotivation, so wird sorgfältig betont, dass Fanon im Grunde nicht gewaltbefürwortend, nationalistisch, national gesinnt, identitär oder essentialistisch sei; all dies habe bei Fanon bestenfalls instrumentelle Funktion. Zugleich wird mit Nachdruck hervorgehoben, Fanon sei Humanist, Universalist, Sozialist und dergleichen. Sozusagen kann bei Fanon alles, was Lokales, Nationales, die Nation und die nationale Befreiung betrifft, nur ein Mittel sein. Und all dies gehöre vollständig der Vergangenheit an! Andernfalls fiele es schwer, Fanon durch die Zustimmung des maßvollen und verlegenen 'Weißen' zu bringen.

Kommen wir nun dazu, was das oben Genannte in Fanons Texten tatsächlich entspricht. Ja, Fanons Denken hat zweifellos humanistische Züge und ist auf Universalität ausgerichtet. Doch Fanon spricht nicht von einem bereits bestehenden Humanismus und Universalismus, dessen Teil man werden könnte. Fanons Universalität ist eine erst zu errichtende Universalität; sein Humanismus eine völlig neu zu erschaffende Menschheit. Begriffe wie Nationalbewusstsein, Nationsbildung und antikolonialer Nationalismus sind in Fanons Denken, entgegen der Behauptung, nicht bloße Mittel, sondern unabdingbare Etappen des Errichtungsprozesses. Als Philosoph und Mann des Kampfes, der bei der Analyse von Kolonialismus und Kolonialwelt die Dekolonisierung zum Ziel hat, spricht Fanon davon, die Prozesse der Erschaffung einer neuen Welt und eines neuen Menschen Schritt für Schritt aufzubauen. Ihm zufolge ist die nationale Befreiung der Auftritt der Nation auf der Bühne der Geschichte; ohne sie ist es nicht möglich, von Universalität zu sprechen.

„Die nationale Befreiung entfernt die Nation nicht von den anderen Nationen, sondern führt sie auf die Bühne der Geschichte. Das universelle Bewusstsein wächst und entwickelt sich genau innerhalb des nationalen Bewusstseins. Diese zweiseitige Entwicklung ist eigentlich der einzigartige gemeinsame Punkt aller Kulturen.“

Wie ersichtlich spricht Fanon nicht von einem Mittel, sondern von einer Bedingung und einer Etappe. Hören wir dazu noch einmal auf Fanon;

„Nun ist die Zeit gekommen, einige Heuchler zu entlarven. Manche sagen, die Menschheit habe die Phase nationalistischer Ansprüche längst hinter sich gelassen, es sei Zeit, größere politische Einheiten zu bilden, weshalb altmodische Nationalisten ihre Fehler korrigieren müssten. Wir glauben, im Gegenteil, dass Fehler mit äußerst ernsten Folgen aus dem Wunsch entstehen, die nationale Phase zu überspringen.“ Weiterführend äußert sich Fanon auch in warnender Form: „Selbstbewusstsein bedeutet nicht, die Tür zur Kommunikation zu schließen. Im Gegenteil, die Philosophie lehrt uns, dass Kommunikation allein die Gewähr des Bewusstseins ist. Ein Nationalbewusstsein, das nicht rein nationalistisch ist, kann uns eine internationale Dimension verleihen.“ Damit verweist er auf die Notwendigkeit eines Nationalbewusstseins, das nicht in sich verschlossen ist, sondern mit dem Universellen in Kommunikation steht, und nicht auf einen nach innen gekehrten Nationalismus.

„Nein, man wird nicht allein dadurch zum Herrn, dass man sich aus der Sklaverei befreit. Denn wo es keine Sklaven gibt, gibt es auch keinen Herrn.“

Eines der Themen, die bei jenen, die mit weißen Augen blicken, Empörung auslösen, sind Fanons Aussagen über Gewalt. Dies ist vielleicht der Bereich, in dem sich die Kritik an Fanon am stärksten konzentriert. Auch in dieser Frage ist Fanon zu eindeutig, um moderaten Korrekturen Raum zu lassen. Denn der Kolonisator übt Gewalt nicht nur mit bestimmten Mitteln aus, die Existenz des Kolonisators ist die Gewalt selbst. Koloniale Gewalt ist nicht bloß ein nacktes Zwangsinstrument zur Kontrolle eines Stücks Land; sie ist ein institutioneller Fluch, der darauf abzielt, die Geschichte, Kultur, Geographie, das Bewusstsein und die Seele des Kolonisierten zu zerstören, und dem dies in bestimmten Epochen der Geschichte in hohem Maße gelungen ist. Die kolonisierte Gesellschaft bzw. das kolonisierte Individuum hat angesichts dieser Gewalt größtenteils sein Selbstvertrauen verloren, seine Persönlichkeit ist verblasst, es wurde, wie Fanon es ausdrückt, entmenschlicht. Im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Gewalt sagt Fanon: „Der Kolonialismus entpersönlicht nicht nur den Menschen, den er kolonisiert, sondern entpersönlicht auch die gesamte Struktur der Gesellschaft auf kollektiver Ebene.“

Koloniale Gewalt sät zugleich große Saaten von Wut und Hass im Inneren des kolonisierten Menschen. Auch wenn die Quelle der Gewalt im Inneren des kolonisierten Menschen die koloniale Gewalt ist, richtet der kolonisierte Mensch diese Gewalt eher gegen die Menschen seiner eigenen Welt; er hat keine andere Wahl. Dieser Umstand macht den kolonisierten Menschen zugleich zum Träger und Übermittler kolonialer Gewalt. Fanon zufolge ist die Gegengewalt die einzige Chance zur Befreiung des kolonisierten Menschen, der sich in dieser Gewaltspirale windet. Diese Gewalt richtet sich sowohl darauf, die Gewalt des Kolonisators zurückzuschlagen, als auch darauf, „den kolonisierten Menschen von seinem Minderwertigkeitskomplex, seiner Introvertiertheit und Hoffnungslosigkeit zu befreien; sie macht ihn beherzt und gesund.“ Die genannte Gewalt ist ein Mittel, sich von der Gewalt des Kolonisators und der von ihr verursachten Zerstörung zu befreien. Kurz gesagt ist die Gewalt des Kolonisierten eine Gegengewalt, die sich sowohl gegen den Sklaven in seinem Inneren als auch gegen den Herrn richtet, der ihn versklavt hat. Die kolonisierte Gesellschaft, die durch Gewalt zu sich kommt und gesellschaftliches Bewusstsein erlangt, erhebt sich gegen jede Passivierung, sagt Fanon, und fügt hinzu: „Von nun an haben es Demagogen, Opportunisten und Betrüger schwer.“

Selbstverständlich geht es nicht um das Lob und die Heiligsprechung Fanons, das sollte auch nicht die Frage sein; Fanon und sein Denken können kritisiert, widerlegt, ja sogar verurteilt werden. All dies wurde und wird reichlich getan. Solche Debatten sind ebenso notwendig wie förderlich. Das von uns angesprochene Problem ist der Versuch, Fanon durch weiße Lesarten und Eingriffe zu vergrauen. Fanon zuzustimmen oder nicht zuzustimmen ist eine andere Sache, doch es ist ebenso offensichtlich, dass Fanon zu eindeutig ist, um vergraut werden zu können. Denn 'sein Puls schlägt in den Adern des Willens und Kampfes zur Befreiung.'

Als Schlusswort: Auch wenn gesagt wird, Fanon treffe erneut auf 'die Verdammten dieser Erde', so lebte und lebt sein antikolonialer Geist und sein Bewusstsein in der Welt von uns Kolonisierten stets mit folgendem Satz fort: „Da der weiße Mann sich partout nicht dazu bereitfinden will, meine Menschlichkeit anzuerkennen, werde ich mich mit meiner ganzen Kraft, mit meinem ganzen Gewicht auf sein Leben stemmen und ihm zeigen, dass er es nicht mit jenem Kannibalen-Zerrbild zu tun hat, das er sich in seinem Kopf ausmalt.“

* Fanons Aussage bezieht sich nicht auf Algerien, sondern auf Vietnam, und lautet genau: „Das Volk in Vietnam hat sich nicht erhoben, weil es seine eigene Kultur entdecken und sie sich zu eigen machen wollte. Vielmehr hat es sich erhoben, weil die bestehende Kultur eine Atmosphäre schuf, in der zu atmen unmöglich war.“ (Schwarze Haut, weiße Masken, S.270, Encore Yayınları)

Bibliographie

Fanon, Frantz, Schwarze Haut, weiße Masken, Encore Yayınları, 2016.

Fanon, Frantz, Die Verdammten dieser Erde, Versus Kitap, 2018.

-Anmerkung der Redaktion: Dieser Text, den Sie in aktualisierter Fassung lesen, wurde erstmals am 06.02.2022 auf Snhaber.ch veröffentlicht.

Die hier vertretenen Ansichten sind die der Verfasserin oder des Verfassers; sie können mit der Linie von Rastinews übereinstimmen, müssen es aber nicht. Rastinews ist eine freie Plattform, die unterschiedlichen Auffassungen offensteht.

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