Teheran widerspricht Trump: Keine neuen Verhandlungen mit den USA geplant
Nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die Gespräche mit dem Iran würden kommende Woche wieder aufgenommen, dementierte Teheran jede Absicht zur Rückkehr an den Verhandlungstisch. Die Revolutionsgarden behaupten unterdessen, in der Straße von Hormus ein zweites unbemanntes US-U-Boot erbeutet zu haben.

RastinewsDie staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hat mitgeteilt, dass zwischen Teheran und Washington kein neues Gesprächstermin vereinbart sei.
Laut IRNA erklärte eine der iranischen Delegation nahestehende Quelle, die sich anlässlich der Sitzungen der UN-Generalversammlung in New York aufhält, die Delegation habe „nicht die Absicht, mit den USA zu verhandeln".
Die Erklärung folgt auf Aussagen Trumps, der am Sonntag gegenüber Axios gesagt hatte, er erwarte eine Wiederaufnahme der Gespräche in der kommenden Woche. Trump hatte einen Tag zuvor den Vorschlag Teherans zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt.
Haltung über katarischen Vermittler übermittelt
Laut IRNA wurden die Ansichten und die Haltung Irans am vergangenen Dienstag über einen katarischen Vermittler „klar und deutlich" an die US-Seite übermittelt. Die iranische Delegation werde voraussichtlich am Dienstag nach Teheran zurückkehren.
Axios berichtete unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass indirekte Gespräche zwischen den Parteien ab Montag beginnen könnten.
Diese Möglichkeit war im Anschluss an indirekte Kontakte zwischen den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sowie dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi am Rande der UN-Generalversammlung in New York aufgekommen.
„Auch die zweite Beute wurde gefangen"
Der Sprecher der Revolutionsgarden, Brigadegeneral Hossein Mohebbi, erklärte in einer am Montagmorgen von IRNA veröffentlichten Mitteilung, die Straße von Hormus sei nicht nur gesperrt, sondern zugleich ein Ort, an dem die Marine der Revolutionsgarden US-U-Boote „jage".
Mohebbi zufolge handelt es sich bei dem angeblich erbeuteten Fahrzeug um ein autonom operierendes unbemanntes U-Boot vom Typ Mk 18 Mod 2 Kingfish, ausgestattet mit Sonar und einem präzisen Navigationssystem. „Auch die zweite Beute wurde gefangen", sagte Mohebbi und fügte hinzu, der Wert des Fahrzeugs belaufe sich auf mehrere Millionen Dollar.
Die Behauptung der Revolutionsgarden wurde von unabhängiger Seite nicht bestätigt.
Teherans vier Bedingungen
Für eine Wiedereröffnung der Meerenge macht Teheran vier Bedingungen geltend: eine einwöchige Waffenruhe an allen Fronten einschließlich Libanon, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung der Sanktionen gegen iranisches Öl sowie ein Ende der von den USA verhängten Seeblockade iranischer Häfen.
Iran hatte vergangene Woche einen Plan mit diesen Bedingungen vorgelegt, den Trump am Samstag zurückwies.
Seit sieben Monaten gesperrt
Die Straße von Hormus, einer der zentralen Knotenpunkte der globalen Ölversorgung, war vor rund sieben Monaten zum Brennpunkt des in eine Sackgasse geratenen Konflikts zwischen den USA und dem Iran geworden.
Seither hält Iran die Meerenge de facto gesperrt, während Washington seinerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen verhängt hat.
Laut einem Bericht von Asharq Al-Awsat hat die USA trotz einzelner Angriffe auf Schiffe in der Meerenge seit dem 1. September keine Angriffe gegen Iran mehr geführt.
