EU warnt vor Irak-Rückzug: Kallas verknüpft US-Abzug mit iranischer Bedrohung
Die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, erklärte, der Truppenabzug der USA aus dem Irak und die jüngsten Entwicklungen im Land ließen sich nicht losgelöst von der Bedrohung durch den Iran betrachten. Die Äußerung fällt zwei Tage vor dem Abzug der Koalitionstruppen, während in der Region Kurdistan die Sorge um die Luftverteidigung wächst.

RastinewsDie Hohe Vertreterin der Europäischen Union (EU) für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, sagte gegenüber Kurdistan24, der Abzug der US-Streitkräfte aus dem Irak und die jüngsten Entwicklungen im Land müssten zusammen mit den iranischen Drohungen gegen den Irak bewertet werden.
Kallas betonte, die Entwicklungen im Nahen Osten könnten nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Die Vorgänge in der Region müssten mit einem ganzheitlichen Blick verfolgt werden.
Koalition zieht am 30. September ab
Die Regierung in Bagdad hatte erklärt, die Militärmission der von den USA angeführten internationalen Koalition im Irak werde am 30. September enden und der Abzug der ausländischen Truppen bis zu diesem Datum abgeschlossen sein.
Nach dem Abzug sollen die Beziehungen zwischen dem Irak und den Koalitionsstaaten in einen bilateralen Rahmen überführt werden, der auf Sicherheits- und Geheimdienstkooperation basiert.
Sorge um Luftverteidigung in der Region Kurdistan
Am stärksten umstritten ist der Abzug in der Region Kurdistan. Dort wird befürchtet, dass mit dem Rückzug der Koalition ein Sicherheitsvakuum entsteht und Raketen- sowie Drohnenangriffe aus dem Iran zunehmen könnten.
Der Ministerpräsident der Region Kurdistan, Mesrur Barzani, hatte am Sonntag in einem Interview mit der Financial Times erklärt, die Region sei seit dem 28. Februar mehr als tausend Mal mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern angegriffen worden. Barzani wies darauf hin, dass die Region ohne ein geeignetes Luftverteidigungssystem schutzlos wäre.
Das Büro Barzanis erklärte noch am selben Tag, Überschrift und Kommentierung der Zeitung gäben Barzanis Aussagen nicht korrekt wieder, und forderte eine Richtigstellung.
Am Morgen desselben Tages war im Bezirk Koye bei Hewlêr das Camp Azadi, in dem Familien von Mitgliedern der Demokratischen Partei Kurdistans-Iran (KDP-I) untergebracht sind, mit drei Drohnen angegriffen worden. Der Sicherheitsrat der Region Kurdistan erklärte, bei dem Angriff seien keine Todesopfer zu beklagen gewesen.
