Rojhilat: Kurde in Piranşar erschossen, in Şino 20 Kinder verhört
In der Woche, in der Irans Präsident Massud Peseschkian vor der UN-Generalversammlung sprechen sollte, erschossen Kräfte des Geheimdienstministeriums in Rojhilat einen Kurden, wurden in Şino Kinder verhört und setzten sich Festnahmen in mehreren Städten fort.

RastinewsDas Kurdistan Human Rights Network (KHRN) berichtete, dass Kräfte des iranischen Geheimdienstministeriums am 17. September in der Provinz West-Aserbaidschan nahe dem Dorf Celdiyan bei Piranşar den 35-jährigen Kurden Ali Oslub erschossen haben, der mit dem Motorrad unterwegs war.
Beschuss mit DSchK, Leiche nicht übergeben
Laut Quellen, auf die sich IranWire beruft, wurde Oslub auf der Straße nahe dem Dorf Celdiyan von Kräften des Geheimdienstministeriums umstellt. Die Kräfte hätten mit einem schweren DSchK-Maschinengewehr und Kalaschnikows das Feuer eröffnet, Oslub sei von zahlreichen Kugeln getroffen worden und noch am Tatort gestorben, seine Leiche sei von den Kräften mitgenommen worden.
Laut der Menschenrechtsorganisation Hana bestätigte der Oberstaatsanwalt von Piranşar auf Nachfrage der Familie den Tod und erklärte, die Leiche befinde sich in der Hand der Sicherheitskräfte. Laut IranWire warnte der Staatsanwalt zudem, die Leiche werde der Familie nicht übergeben.
Das iranische Geheimdienstministerium bezeichnete Oslub drei Tage nach dem Vorfall in einer Erklärung, ohne seinen Namen zu nennen, als „operatives Mitglied" einer kurdischen Oppositionspartei. Hana erklärte, es seien keine Angaben veröffentlicht worden, wonach Oslub bewaffnet gewesen sei oder eine Bedrohung dargestellt habe.
Kinder in Şino verhört
Die Menschenrechtsorganisation Hengaw teilte mit, dass in Şino mindestens 20 kurdische Kinder zur Aussage vorgeladen und verhört wurden.
Laut KHRN stürmten Sicherheitskräfte in den frühen Morgenstunden des 15. September in Şino zeitgleich mehrere Wohnhäuser und nahmen mindestens fünf Personen ohne Haftbefehl fest. Unter den Festgenommenen befindet sich auch der Sohn des hingerichteten kurdischen politischen Gefangenen Muhyeddin İbrahimi.
Obwohl die Familien wiederholt nach dem Zustand und dem Aufenthaltsort der Festgenommenen fragten, blieben Sicherheits- und Justizbehörden eine Antwort schuldig.
Festnahmen in Kamyaran und Mahabad
Hengaw berichtete, dass in Kamyaran die beiden Kurden Yaser Hüseyni und Muhsin Esedi von Kräften des Geheimdienstministeriums festgenommen wurden. KHRN meldete zudem, dass in Mahabad der kurdische Kampfsporttrainer und Bürgerrechtsaktivist Abdullahi am 15. September ohne Haftbefehl festgenommen wurde.
In einem in derselben Woche veröffentlichten Bericht erklärte Hengaw, dass landesweit im Iran innerhalb eines Jahres Hunderte Kinder und Lehrkräfte festgenommen worden seien.
Repression vor dem Jahrestag von Jina Amini
Wie KHRN zuvor berichtet hatte, wurden in Sine zwei Kurden festgenommen, als sie einer telefonischen Vorladung zu einer Dienststelle folgten – im Zusammenhang mit dem für den 16. September zum vierten Jahrestag der Tötung von Jina Amini ausgerufenen Generalstreik. Zum Streik aufgerufen hatte die Koalition der politischen Kräfte Kurdistans-Irans.
Laut Angaben von Hengaw und KHRN hielten Festnahmen, Verhöre und Tötungen in Rojhilat bis zu dem Tag an, an dem Peseschkian vor der UN-Generalversammlung sprechen sollte.
